Evangelische Friedenskirche Wildau

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Liebe Gemeinden unserer Region,

zu Beginn eines jeden Konfirmandenunterrichts beschäftigen wir uns mit dem Kirchenjahr.
Die Konfirmanden sollen einerseits die Bedeutung unserer Jahresfeste lernen und andererseits, daß fast alle unsere Feste christlichen Ursprungs sind und unser Zeitrhythmus biblisch geprägt ist. Aber das Kirchenjahr ist mehr als die regelmäßige Wiederkehr von Festen und Feiern.

Das Kirchenjahr ist etwas Wunderbares, jedes Jahr von Neuem. Es erzählt auf seine ganz eigene Weise davon, wie das Leben ist. Es ist Warten - wie im Advent; es ist Fest und Freude - wie bei der Geburt Jesu; es ist Trübsal und Bedrängnis - wie in der Zeit der Passion; und es ist unbeschreiblicher Jubel und große Freude, wenn das Leben wiedergewonnen und festgehalten wird auf ganz neue und überraschende Weise in der Osterzeit, die nun wieder vor uns liegt und in deren Jubel wir einstimmen dürfen.

Das Kirchenjahr ist Gottes Zeit in dieser Zeit. Und wie unser Leben in dieser Zeit ist es bestimmt vom Wechsel der Freude und des Leides. Aber es ist eben nicht nur dieses Auf und Ab, wie wir es erleben, sondern es erzählt, wie Trübsal und Freude oft aufeinander bezogen sind und wie Gott die Dinge, die uns betrüben müssen, wenden kann und wenden wird. Immer wieder dürfen wir erfahren, dass Gottes Macht und Größe unsere Tränen und unsere Trübsal in Freude verwandeln will.

Die Osterzeit zeigt uns das besonders deutlich.

Die Bibel erzählt uns, wie es damals war: Der schreckliche Tod Jesu, das grausame Ende eines Lebens und das Ende einer großen Hoffnung, das Ende eines anderen Lebens für die Jünger, das Ende ihrer Zukunft. Doch am Ostermorgen war das Grab leer und die Jünger sahen den tot Geglaubten, der in Ewigkeit lebt. Ganz allmählich wichen die Furcht und der Schrecken des Karfreitags. Ganz allmählich wichen die Zweifel und neue Hoffnung keimte auf.

Genau das ist Ostern: der Sieg des Lebens über den Tod, der Sieg der Hoffnung über die Trauer. Und das nicht erst nach unserem Tod, sondern schon hier und jetzt. Denn Gottes Geist, der Leben schafft, wirkt auch hier und heute, er wirkt in meinem Leben und in Ihrem. Manchmal spüre ich das deutlich, manchmal nur zögerlich. Aber ich weiß: Gott wirkt in unsere Zeit hinein.

Das Kirchenjahr erzählt davon auf seine Weise. Das Kirchenjahr nimmt uns hinein in das Wirken Gottes in unserer Zeit. Mit dem Osterfest will es uns erinnern, wie unbeschreiblich und unerklärlich Gott an uns handelt: Neues Leben gilt uns - wir müssen nicht leben wie Menschen, die keine Hoffnung haben. Gott sei Dank!

Ich wünsche Ihnen eine frohmachende Osterzeit.

Ihre Pfarrerin Christine Leu.
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© H. Henschel,